01.10.2016

Motivation durch künstlerische Kreativität

Motivation durch künstlerische Kreativität



Ein Film- und Fotoprojekt zur Motivation Langzeitarbeitsloser. Dieses ESF und vom Land Berlin geförderte LSK-Mikroprojekt wird im Zeitraum 01.10.2016 bis 30.04.2017 realisiert.
Durch das Programm LSK werden im Land Berlin Mikroprojekte finanziell unterstützt, die lokale Beschäftigungschancen für arbeitslose und nicht erwerbstätige Personen entwickeln und soziale Kompetenzen bei der Zielgruppe fördern. Die Förderung wird durch Mittel des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Landes Berlin zur Verfügung gestellt und in Kooperation mit den Bezirklichen Bündnissen für Wirtschaft und Arbeit umgesetzt.

Kurzbeschreibung:
Das Projekt soll Arbeitslose dazu motivieren, ihr kreatives Potential zu entfalten und ein Theaterstück zu entwickeln. Diese Arbeit wird durch Film- und Fotoaufnahmen dokumentiert. Die Teilnehmer sollen gleichzeitig dazu angeregt werden, sich mit Lebensrealitäten in ihrem Bezirk zu beschäftigen. Dabei werden die Teilnehmenden durch Profis angeleitet. Die Arbeit an dem Stück (eventuell erste Proben etc.) wird in einem Film dokumentiert, und die Teilnehmer auch in einer Begleitbroschüre und evtl. im Blog dargestellt. Der Film soll so aufgebaut werden, dass er gleichzeitig als Schulungsfilm dienen kann, weitere solche Projekte zu entwickeln. Dazu werden auch Kunstschaffende aus dem Theater-Bereich interviewt.
Der Film verschafft den Teilnehmenden gleichzeitig ein visuelles Feedback, was wiederum für die Entwicklung ihres Selbstbewusstseins und zu positiver Motivation beitragen kann.
Die Entwicklung künstlerischer Kreativität ist nachweislich gerade für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen ein wichtiger Hebel, eine positive und aktive Lebenseinstellung zu entwickeln, was sich auch auf eine berufliche Wiedereingliederung positiv auswirkt. Die Teilnehmer sollen auch im Film durch Interviews vorgestellt werden.
In der Begleitbroschüre werden diese Arbeitsabläufe nochmals in Wort und Bild dokumentiert und auch die Teilnehmer vorgestellt. Der Film soll in verschiedenen Einrichtungen aufgeführt werden und so auch eine ständig wachsende Zahl Arbeitsloser erreichen.

Zwischen- und Gesamtziele:
Die Teilnehmer sollen sich mit ihrem Stadtbezirk auseinandersetzen, Ideen für ein Stück entwickeln und beginnen, daran zu arbeiten. Dabei soll vor allem die Eigeninitiative und kreatives Denken angeregt werden. Die Betroffenen sollen dazu motiviert werden, ihre eigenen Potentiale und Talente zu entdecken und auch zu entwickeln (Talent zu schreiben, handwerkliches Talent u. a. beim Entwurf und Aufbau von Kulissen oder Entwurf und eventuelles Schneidern von Kostümen). Die soziale Kompetenz der Teilnehmenden soll durch die für das Theaterspielen notwendige Kommunikation gestärkt werden. Das Selbstbewusstsein soll durch Arbeit an der Befähigung zum freien Sprechen gestärkt werden.
Die Teilnehmenden sollen in Film und Broschüre (Blog) vorgestellt und so präsentiert werden, dass die Broschüre gleichzeitig eine Möglichkeit bietet, die Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern durch Teilnahme an einem künstlerischen Projekt. Auf diese Weise soll den Betroffenen die Möglichkeit zu guter Eigenwerbung verschafft werden.
Das Gesamtziel soll sein, eine über die direkte Teilnehmerzahl hinausgehende Menge der Zielgruppe zu erreichen. Dabei soll der Kreis, der mir dem Projekt erreicht wird, kontinuierlich steigen. Das lässt sich gerade durch Film und Begleitbroschüre sehr gut umsetzen. Es soll eine steigende Anzahl dieser Betroffenen motiviert werden, kreativ zu sein, Eigeninitiative zu zeigen, Netzwerke zu bilden und ihre Talente und eine positive Lebenseinstellung zu entwickeln.
Diese steigende Publizität und Öffentlichkeit soll erreicht werden durch Filmaufführungen bzw. Filmverteilung (als Lehrfilm) an möglichst vielen Orten (soziale Einrichtungen, Beratungsstellen für Arbeitslose, Nachbarschaftshäuser, Jugendclubs, Bezirksämter und andere Multiplikatoren).
Durch die Entdeckung und Entwicklung ihres kreativen Potentials und die Identifikation der im Film dargestellten Personen soll die Zielgruppe angeregt werden, eventuell auch nach Arbeitsmöglichkeiten in bisher artfremden Bereichen zu suchen und insgesamt kreative Ziele für die eigene Zukunft zu entwickeln.


Das Projekt:



Gefördert durch:
ESF-Mikroprojekte / lokaler sozialer Zusammenhalt sowie LSK-Mikroprojekte des Landes Berlin.


  
   

Workshops & Interviews

Motivation durch künstlerische Kreativität
- Workshops & Interviews -



Durch die Entdeckung und Entwicklung ihres kreativen Potentials und die Identifikation der im Film dargestellten Personen soll die Zielgruppe angeregt werden, eventuell auch nach Arbeitsmöglichkeiten in bisher artfremden Bereichen zu suchen und insgesamt kreative Ziele für die eigene Zukunft zu entwickeln.

Deshalb ist ein Schwerpunkt im Projekt die Durchführung von Workshops und das führen von Interviews sowohl mit den Teilnehmenden als auch mit Künstlern (Dramaturgen, Regisseuren, professionellen Schauspielern u. a.). Dazu wurde ein Fragenkatalog erarbeitet.


Workshop 1: Ein filmisches Porträt der teilnehmenden Personen 

Fragenkatalog:
  1. Können Sie uns Näheres über Ihre derzeitige Situation berichten?
    Zur Wahl steht dabei worüber der / die Teilnehmende gern berichten möchte, ob über derzeitige Lebenssituation, über Versuche Arbeit zu finden, private Situation, Selbsteinachätzung, Stellung zum Stadtbezirk, ehrenamtliche Aktivitäten, besonders motivierende Erlebnisse aus der letzten Zeit, die Teilnehmenden sollen selbst auswählen, was ihnen besonders wichtig ist, was sie bewegt, womit sie sich auseinandersetzen usw. 
  2. Welche Erfahrungen, Kenntnisse oder Fähigkeiten haben Sie in ihrem Leben be-reits im kreativen Bereich sammeln können?
  3. Was hat sie bewogen an dem Projekt „Motivation durch künstlerische Kreativität“ teilzunehmen und welche Ergebnisse erwarten Sie sich davon für Ihr weiteres Leben?
    Natürlich soll hier dann schon die berufliche Situation im Fokus stehen, aber ge-nau so richtig und wichtig ist, die Erwartungen zu definieren, die sich eventuell auf die private Situation beziehen lassen, auf den Bereich „Motivation“ an sich.
  4. Welche Ziele, Wünsche, Träume haben Sie insgesamt für Ihr weiteres Leben? 


Mehr dazu auf der Seite zu den teilnehmenden Personen ...  


Workshop 2: Erarbeitung eines Theaterstücks 

In Ergänzung dieses Workshops wurde mit dem Hohenschönhausener Kabarett "Die Kreissäge" ein Interview geführt.
Fragenkatalog:
  1. Haben Sie Erfahrungen der künstlerischen Arbeit mit Personen, die schon eine sehr lange Zeit ohne Job sind?
  2. Haben Sie und Ihre Künstlergruppe sich schon mit Problemen Langzeitarbeitsloser auseinandergesetzt?
  3. Sie haben berichtet, dass Sie einige Stücke in diesem Bereich geschrieben bzw. gespielt haben. Wie sind diese Stücke bei den arbeitslosen Personen angekommen? Wurden diese positiv aufgenommen? Gab es danach Diskussionen mit den Betroffenen und Reflexionen, wie diese ihre Situation selbst einschätzen und darstellen würden?
  4. Was würden Sie Laien empfehlen, die nun Interesse haben bzw. motiviert wurden, Theater zu spielen? Sich einer bestehenden Truppe anschließen? Selbst eine Theatergruppe gründen? Wie schätzen Sie die Chancen ein bzw. welche Erfahrungen haben Sie, dass solche Gruppen längere Zeit Bestand haben? 
  5. Wie sehen Sie überhaupt das Potential bzw. die Möglichkeit Langzeitarbeitslose durch Beteiligung an künstlerischen Projekten zu motivieren. 


Für ein weiteres Interview stand die Leiterin der Hohenschönhausener Galerie "studio im HOCHHAUS", Martina Zimmermann, zur Verfügung.
Fragenkatalog:



Workshop 3: Handwerkliche Tätigkeiten beim Bau von Theaterkulissen 

Dieser Workshop fand in der Werkstatt der INU gGmbh in Falkenberg statt.
Fragenkatalog:
  1. Sie haben ja langjährige Erfahrungen in der Arbeit mit arbeitssuchenden Personen. Können Sie uns von diesen Erfahrungen berichten?
  2. Welche Möglichkeiten bieten Sie Langzeitarbeitslosen, um neue Möglichkeiten der beruflichen Integration zu finden?
  3. Was sind aus ihrer Erfahrung, die kreativen handwerklichen Fähigkeiten, die sich am besten ausbilden lassen? 
  4. Wären Sie eventuell daran interessiert, dass unsere Teilnehmenden am Kreativprojekt später auch bei Ihnen in der einen oder anderen Weise in die Tätigkeiten eingebunden werden? Was wäre dafür Voraussetzung? 



Workshop 4: X

Dieser Workshop wird ergänzt durch ein Interview mit einem professionellen Filmemacher und Dozenten, Dr. Hans-Joachim Schlegel.
Fragenkatalog:



Das Projekt:



Gefördert durch:
ESF-Mikroprojekte / lokaler sozialer Zusammenhalt sowie LSK-Mikroprojekte des Landes Berlin.


  
   

Teilnehmende Personen

Motivation durch künstlerische Kreativität
- Teilnehmende Personen -



Zur Teilnahme an unserem Projekt konnten wir diese vier Hohenschönhausener Bewohnerinnen und Bewohner gewinnen.

Der erste Workshop bestand darin, ein filmisches Porträt der teilnehmenden Personen aufzunehmen. Die Filmaufnahmen sollen im Freien stattfinden. Jeder bekam ungefähr die selben Fragen gestellt. Die Teilnehmenden sollten einen Ort auswählen, mit dem sie besonders verbunden sind.


Xenia Brühl

Dreh auf einer von hoch gewachsenem Gras bewachsenen Wiese. Im Hintergrund eine mit Graffiti besprühte Wand: Berlin ist schön!

Symbolischer Gehalt: Sich durch das Dickicht schlagen müssen und die Vielfalt und Buntheit des Lebens genießen.



Dorothee Groth

 
Dreh am „Kletterfelsen“ in Hohenschönhausen.
Ihr Wunsch war es, im Porträt auch optisch ihre Häkelarbeiten zu präsentieren. Sie ergibt sich ein imposanter visueller Kontrast zwischen grauem Kletterfelsen und bunten Häkelarbeiten.

Symbolischer Gehalt: Der Fels soll in der filmischen Inszenierung auch gleichzeitig symbolisch auf mögliche Chancen des Aufstiegs hindeuten.



Ray Güdler

 

Dreh auf einem verlassenen Sportplatz in Hohenschönhausen.

Symbolischer Gehalt: Sich den Herausforderungen stellen.



Ute Kästorf

 


Dreh vor einer Holzstatue in Hohenschönhausen, in der Nähe des Bahndamms.

Symbolischer Gehalt:  Sich weiter auf die Lebensreise begeben.





Das Projekt:



Gefördert durch:
ESF-Mikroprojekte / lokaler sozialer Zusammenhalt sowie LSK-Mikroprojekte des Landes Berlin.