01.10.2016

Motivation durch künstlerische Kreativität

Motivation durch künstlerische Kreativität



Ein Film- und Fotoprojekt zur Motivation Langzeitarbeitsloser. Dieses ESF und vom Land Berlin geförderte LSK-Mikroprojekt wird im Zeitraum 01.10.2016 bis 30.04.2017 realisiert.
Durch das Programm LSK werden im Land Berlin Mikroprojekte finanziell unterstützt, die lokale Beschäftigungschancen für arbeitslose und nicht erwerbstätige Personen entwickeln und soziale Kompetenzen bei der Zielgruppe fördern. Die Förderung wird durch Mittel des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Landes Berlin zur Verfügung gestellt und in Kooperation mit den Bezirklichen Bündnissen für Wirtschaft und Arbeit umgesetzt.

Kurzbeschreibung:
Das Projekt soll Arbeitslose dazu motivieren, ihr kreatives Potential zu entfalten und ein Theaterstück zu entwickeln. Diese Arbeit wird durch Film- und Fotoaufnahmen dokumentiert. Die Teilnehmer sollen gleichzeitig dazu angeregt werden, sich mit Lebensrealitäten in ihrem Bezirk zu beschäftigen. Dabei werden die Teilnehmenden durch Profis angeleitet. Die Arbeit an dem Stück (eventuell erste Proben etc.) wird in einem Film dokumentiert, und die Teilnehmer auch in einer Begleitbroschüre und evtl. im Blog dargestellt. Der Film soll so aufgebaut werden, dass er gleichzeitig als Schulungsfilm dienen kann, weitere solche Projekte zu entwickeln. Dazu werden auch Kunstschaffende aus dem Theater-Bereich interviewt.
Der Film verschafft den Teilnehmenden gleichzeitig ein visuelles Feedback, was wiederum für die Entwicklung ihres Selbstbewusstseins und zu positiver Motivation beitragen kann.
Die Entwicklung künstlerischer Kreativität ist nachweislich gerade für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen ein wichtiger Hebel, eine positive und aktive Lebenseinstellung zu entwickeln, was sich auch auf eine berufliche Wiedereingliederung positiv auswirkt. Die Teilnehmer sollen auch im Film durch Interviews vorgestellt werden.
In der Begleitbroschüre werden diese Arbeitsabläufe nochmals in Wort und Bild dokumentiert und auch die Teilnehmer vorgestellt. Der Film soll in verschiedenen Einrichtungen aufgeführt werden und so auch eine ständig wachsende Zahl Arbeitsloser erreichen.

Zwischen- und Gesamtziele:
Die Teilnehmer sollen sich mit ihrem Stadtbezirk auseinandersetzen, Ideen für ein Stück entwickeln und beginnen, daran zu arbeiten. Dabei soll vor allem die Eigeninitiative und kreatives Denken angeregt werden. Die Betroffenen sollen dazu motiviert werden, ihre eigenen Potentiale und Talente zu entdecken und auch zu entwickeln (Talent zu schreiben, handwerkliches Talent u. a. beim Entwurf und Aufbau von Kulissen oder Entwurf und eventuelles Schneidern von Kostümen). Die soziale Kompetenz der Teilnehmenden soll durch die für das Theaterspielen notwendige Kommunikation gestärkt werden. Das Selbstbewusstsein soll durch Arbeit an der Befähigung zum freien Sprechen gestärkt werden.
Die Teilnehmenden sollen in Film und Broschüre (Blog) vorgestellt und so präsentiert werden, dass die Broschüre gleichzeitig eine Möglichkeit bietet, die Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern durch Teilnahme an einem künstlerischen Projekt. Auf diese Weise soll den Betroffenen die Möglichkeit zu guter Eigenwerbung verschafft werden.
Das Gesamtziel soll sein, eine über die direkte Teilnehmerzahl hinausgehende Menge der Zielgruppe zu erreichen. Dabei soll der Kreis, der mir dem Projekt erreicht wird, kontinuierlich steigen. Das lässt sich gerade durch Film und Begleitbroschüre sehr gut umsetzen. Es soll eine steigende Anzahl dieser Betroffenen motiviert werden, kreativ zu sein, Eigeninitiative zu zeigen, Netzwerke zu bilden und ihre Talente und eine positive Lebenseinstellung zu entwickeln.
Diese steigende Publizität und Öffentlichkeit soll erreicht werden durch Filmaufführungen bzw. Filmverteilung (als Lehrfilm) an möglichst vielen Orten (soziale Einrichtungen, Beratungsstellen für Arbeitslose, Nachbarschaftshäuser, Jugendclubs, Bezirksämter und andere Multiplikatoren).
Durch die Entdeckung und Entwicklung ihres kreativen Potentials und die Identifikation der im Film dargestellten Personen soll die Zielgruppe angeregt werden, eventuell auch nach Arbeitsmöglichkeiten in bisher artfremden Bereichen zu suchen und insgesamt kreative Ziele für die eigene Zukunft zu entwickeln.

Medien zum Projekt:
Ein Ziel des Projektes war es, eine DVD und eine Begleitbroschüre zum Film zu erstellen und Einrichtungen, die sich mit dieser Problematik beschäftigen wollen, zur Verfügung zu stellen. Setzen Sie sich mit uns in Verbindung.



Das Projekt:



Gefördert durch:
ESF-Mikroprojekte / lokaler sozialer Zusammenhalt sowie LSK-Mikroprojekte des Landes Berlin.


  
   

Workshops & Interviews

Motivation durch künstlerische Kreativität
- Workshops & Interviews -



Durch die Entdeckung und Entwicklung ihres kreativen Potentials und die Identifikation der im Film dargestellten Personen soll die Zielgruppe angeregt werden, eventuell auch nach Arbeitsmöglichkeiten in bisher artfremden Bereichen zu suchen und insgesamt kreative Ziele für die eigene Zukunft zu entwickeln.

Deshalb ist ein Schwerpunkt im Projekt die Durchführung von Workshops und das führen von Interviews sowohl mit den Teilnehmenden als auch mit Künstlern (Dramaturgen, Regisseuren, professionellen Schauspielern u. a.). Dazu wurde ein Fragenkatalog erarbeitet.


Workshop 1: Ein filmisches Porträt der teilnehmenden Personen 

Der 1. Workshop war der Erarbeitung der filmischen Porträts der einzelnen teilnehmenden Personen gewidmet. Hier kam es vor allem darauf an, dass die TeilnehmerInnen sich so filmisch präsentierten, wie sie es für sich am optimalsten empfanden. Es wurden vorab bestimmte im Interview gestellte Fragen besprochen, auf die sich die Einzelnen vorbereiten konnten. Im Mittelpunkt standen dabei Überlegungen zur derzeitigen Lebenssituation, Stellung im und zum Stadtbezirk, eventuelles ehrenamtliches Engagement, bisherige Erfahrungen im kreativen Bereich, Wünsche, Ziele, Erwartungen, welche den weiteren Lebensweg betreffen.

Fragenkatalog:
  1. Können Sie uns Näheres über Ihre derzeitige Situation berichten?
    Zur Wahl steht dabei worüber der / die Teilnehmende gern berichten möchte, ob über derzeitige Lebenssituation, über Versuche Arbeit zu finden, private Situation, Selbsteinachätzung, Stellung zum Stadtbezirk, ehrenamtliche Aktivitäten, besonders motivierende Erlebnisse aus der letzten Zeit, die Teilnehmenden sollen selbst auswählen, was ihnen besonders wichtig ist, was sie bewegt, womit sie sich auseinandersetzen usw. 
  2. Welche Erfahrungen, Kenntnisse oder Fähigkeiten haben Sie in ihrem Leben be-reits im kreativen Bereich sammeln können?
  3. Was hat sie bewogen an dem Projekt „Motivation durch künstlerische Kreativität“ teilzunehmen und welche Ergebnisse erwarten Sie sich davon für Ihr weiteres Leben?
    Natürlich soll hier dann schon die berufliche Situation im Fokus stehen, aber ge-nau so richtig und wichtig ist, die Erwartungen zu definieren, die sich eventuell auf die private Situation beziehen lassen, auf den Bereich „Motivation“ an sich.
  4. Welche Ziele, Wünsche, Träume haben Sie insgesamt für Ihr weiteres Leben? 


Mehr dazu auf der Seite zu den teilnehmenden Personen ...  

Workshop 2: Erarbeitung eines Theaterstücks 
Der 2. Workshop war der Erarbeitung eines Theaterstücks gewidmet und dabei vor allem dem Austausch mit Schauspielern und deren langjährigen Erfahrungen. Dazu waren wir zu Gast beim Kabarett „Die Kreissäge“. Hier war vor allem wichtig, auf Erfahrungen der Künstler zurückzugreifen, welche die Heranführung von Interessierten an die Form der künstlerischen Darstellung betrifft. Es sollte auch darum gehen, einige Tipps zu erhalten, wie man am besten die Stärken seiner Persönlichkeit im schauspielerischen Bereich einsetzt, welcher Voraussetzungen es bedarf, eventuell bei Interesse eine eigene Theatergruppe zu gründen, mit welchen Schwierigkeiten man in diesem Bereich aber auch rechnen muss. Das Kabarett hat ein Stück im Repertoire, welches die Situation der Bewerbung eines Arbeitslosen bei einer Firma nachstellt. Dieses Stück wurde vom Kabarett den Teilnehmenden und Dozenten vorgestellt, danach wurde darüber diskutiert, wie man das Stück vielleicht der Situation einzelner TeilnehmerInnen angepasst verändern, ob man weitere Textteile oder andere Personen einfügen könnte. Schließlich erhielten wir vom Kabarett das Recht, an dem Stück weiterzuarbeiten, es zu verändern und für unsere Belange und das Kreativprojekt zu nutzen.
 Fragenkatalog:
  1. Haben Sie Erfahrungen der künstlerischen Arbeit mit Personen, die schon eine sehr lange Zeit ohne Job sind?
  2. Haben Sie und Ihre Künstlergruppe sich schon mit Problemen Langzeitarbeitsloser auseinandergesetzt?
  3. Sie haben berichtet, dass Sie einige Stücke in diesem Bereich geschrieben bzw. gespielt haben. Wie sind diese Stücke bei den arbeitslosen Personen angekommen? Wurden diese positiv aufgenommen? Gab es danach Diskussionen mit den Betroffenen und Reflexionen, wie diese ihre Situation selbst einschätzen und darstellen würden?
  4. Was würden Sie Laien empfehlen, die nun Interesse haben bzw. motiviert wurden, Theater zu spielen? Sich einer bestehenden Truppe anschließen? Selbst eine Theatergruppe gründen? Wie schätzen Sie die Chancen ein bzw. welche Erfahrungen haben Sie, dass solche Gruppen längere Zeit Bestand haben? 
  5. Wie sehen Sie überhaupt das Potential bzw. die Möglichkeit Langzeitarbeitslose durch Beteiligung an künstlerischen Projekten zu motivieren. 


Workshop 3: Handwerkliche Tätigkeiten beim Bau von Theaterkulissen 

Beim 3. Workshop stand der Ausbau handwerklicher Fähigkeiten beim Bau von Theaterkulissen im Mittelpunkt. Er wurde in der Werkstatt der INU gGmbH in Falkenberg durchgeführt. Unter professioneller Anleitung des Dozenten Werner Schwarz und eines Vertreters der INU wurde den TeilnehmerInnen zunächst erläutert, welche Art von Kulissenbau erarbeitet werden sollte. Ziel war die Herstellung einer Spanischen Wand. Die TeilnehmerInnen wurden mit einzelnen Arbeitsschritten zuerst in der Theorie vertraut gemacht. Danach folgte die praktische Umsetzung, wo jeder der Teilnehmenden einzelne Arbeitsschritte gemeinsam mit dem Dozenten oder unter dessen Anleitung durchführen konnte. Diese Tätigkeit beinhaltete auch das vertiefende Erlernen des Umgangs mit verschiedenen Werkzeugen. Zum Workshop gehörte auch eine an die praktische Arbeit folgende Diskussion. Hier wurden Fragen vertieft, welche die weitere Gestaltung eines Bühnenbildes betrafen. Worauf muss geachtet werden, damit ein Bühnenbild aussagekräftig ist, welche Aspekte sind vordergründig bei der Herstellung einer Kulisse zu beachten, warum kommen bestimmte Theaterstücke fast ohne Kulissen aus (wie das Brecht‘sche Theater, welches sich bewusst vom klassischen Bühnenspiel absetzte). Es kamen auch Ideen von TeilnehmerInnen zur Geltung, die Überlegungen anstellten, wie zum Beispiel die Spanische Wand noch bearbeitet werden könnte.

Fragenkatalog:
  1. Sie haben ja langjährige Erfahrungen in der Arbeit mit arbeitssuchenden Personen. Können Sie uns von diesen Erfahrungen berichten?
  2. Welche Möglichkeiten bieten Sie Langzeitarbeitslosen, um neue Möglichkeiten der beruflichen Integration zu finden?
  3. Was sind aus ihrer Erfahrung, die kreativen handwerklichen Fähigkeiten, die sich am besten ausbilden lassen? 
  4. Wären Sie eventuell daran interessiert, dass unsere Teilnehmenden am Kreativprojekt später auch bei Ihnen in der einen oder anderen Weise in die Tätigkeiten eingebunden werden? Was wäre dafür Voraussetzung? 


Workshop 4: Weitere Formen künstlerischer Darstellungsmöglichkeiten 

Der 4. Workshop war der Auseinandersetzung mit weiteren Formen künstlerischer Darstellungsmöglichkeiten gewidmet. Zu diesem Zweck wurde ein Besuch im „studio im HOCHHAUS“ durchgeführt, einem Ort, der sowohl Ausstellungen präsentiert als auch Videoinstallationen und ebenso Raum für Vorträge bietet. Die Leiterin der Einrichtung, Martina Zimmermann, führte durch die aktuelle Ausstellung. Besonders interessant war dabei, dass es sich um aus verschiedenen Materialien gefertigte Arbeiten handelte, die auch durch verschiedene künstlerische Verfahren hergestellt worden waren. Hier erhielten die Teilnehmenden interessante Anregungen, wie kreatives Potential auch noch eingesetzt werden kann, wo es vielleicht einen Ort gibt, durch regelmäßige Besuche Kontakte zu Künstlern aber auch anderen kreativen Personen des Stadtbezirks zu knüpfen, da zu bestimmten Anlässen (Vernissagen, Vorträgen, Filmpräsentationen) auch immer ganz unterschiedliche Menschen aus dem Bezirk und teilweise aus ganz Berlin kommen. Auf diese Weise kann ein kreatives und ein soziales Netzwerk geknüpft bzw. erweitert werden.
Die Auseinandersetzung mit weiteren Formen künstlerischer Darstellung wurde durch einen Besuch beim Dokumentarfilmer und Musiker Hansi Schlegel abgeschlossen. Beeindruckend dessen Schilderung des Wechsels von einem künstlerischen Bereich (Filmemacher) in einen anderen (Musiker) und der dabei gegebenen Anregungen, wie man mit neuen Herausforderungen im Leben umgehen sollte.



Das Projekt:



Gefördert durch:
ESF-Mikroprojekte / lokaler sozialer Zusammenhalt sowie LSK-Mikroprojekte des Landes Berlin.


  
   

Teilnehmende Personen

Motivation durch künstlerische Kreativität
- Teilnehmende Personen -



Zur Teilnahme an unserem Projekt konnten wir diese vier Hohenschönhausener Bewohnerinnen und Bewohner gewinnen.

Der erste Workshop bestand darin, ein filmisches Porträt der teilnehmenden Personen aufzunehmen. Die Filmaufnahmen sollen im Freien stattfinden. Jeder bekam ungefähr die selben Fragen gestellt. Die Teilnehmenden sollten einen Ort auswählen, mit dem sie besonders verbunden sind.
Am Ende des Projektes stand die Aufgabe, für die Begleitbroschüre einen kurzen persönlichen Text zu verfassen bzw. Inhalte vorzugeben, die in den Text von Björn Seidel-Dreffke einflossen.



Xenia Brühl

Dreh auf einer von hoch gewachsenem Gras bewachsenen Wiese. Im Hintergrund eine mit Graffiti besprühte Wand: Berlin ist schön!

Symbolischer Gehalt: Sich durch das Dickicht schlagen müssen und die Vielfalt und Buntheit des Lebens genießen.
Xenia Brühl war von Anfang engagiert in unserem Projekt dabei. Sie hatte schon ein Leben lang einen engen Bezug zur Kunst und wünscht sich eine Tätigkeit im Kunst- und Kulturbereich. Sie ist selbst Autorin und schreibt, unter anderem an einem Kriminalroman, der unter dem Titel „Unsere unvergessliche Hochzeit“ erscheinen soll. Sie hat einen eigenen Vorstellungstext verfasst, der auf ihren Wunsch auch so hier abgedruckt werden soll.

Ich bin Frau mit transidenter Vergangenheit – und stehe nach erfolgter Transition vor der Rückkehr ins Arbeitsleben.
Im Privaten bin ich Künstlerin, habe mit dem Schreiben angefangen – und produziere seit einigen Jahren eigene Musik im elektronischen Bereich (meinen politischen „Non Drugger Techno“ für eine sozialere, bessere Welt; mit eigener persönlicher Note).
Basierend auf einem alten Zitat der legendären Monika Dietl (erste Radio-Technomoderatorin des früheren SFB): „Konflikt fördert Kreativität, Drogen nicht“.
Verdient hab ich damit aber bis heute noch nichts; ich stehe erst am Anfang einer kommerzielleren Ausrichtung.
Die meisten Titel im „Non Drugger Techno“ (2009 – 2016) kann man im Internet anhören und bereits kaufen. Zusätzlich bin ich auch in SoundCloud zu finden. Über MixCloud wiederum erhaltet ihr Zugang zu allen Folgen „XENIA LIVE!“ – meinem bislang queeren Podcast, den ich seit 2014 ständig irgendwie weiterentwickelt habe. Aktuell ist seine Weiterführung auf unbestimmte Zeit verschoben, bis ich bessere Ausstattung habe (die ich auf Grund des persönlichen Fortschritts sowie der eigenen Professionalisierung mehr als dringend brauchen kann). Ich werde meinen Podcast daraufhin mit interaktivem Mitmachkonzept weiterführen – erstmals ohne queerer Note.
Außerdem habe ich fürs Fotoprojekt „Max ist Marie“ Modell gestanden (ein Projekt der Hamburger Fotografin Kathrin Stahl; im Herbst 2014). Seitdem bin ich mit weiteren Fotografen in Kontakt.

Zitat:Ich habe einen großen Querkopf, der ständig neue Ideen ausprobieren muss.


Dorothee Groth


Dreh am „Kletterfelsen“ in Hohenschönhausen.
Ihr Wunsch war es, im Porträt auch optisch ihre Häkelarbeiten zu präsentieren. So ergibt sich ein imposanter visueller Kontrast zwischen grauem Kletterfelsen und bunten Häkelarbeiten.

Symbolischer Gehalt: Der Fels soll in der filmischen Inszenierung auch gleichzeitig symbolisch auf mögliche Chancen des Aufstiegs hindeuten.

Dorothee Groth, Jahrgang 1961, ist Ur-Hohenschönhausenerin. Sie lebt sehr gerne im Stadtbezirk und ist hier seit Jahren auf verschiedenen Gebieten ehrenamtlich tätig. Sie hat eine besondere Leidenschaft, der sie seit ihrer Kindheit nachgeht – und zwar das Häkeln.
Seit ca. 5 Jahren widmet sie sich der Streetart und dem Yarnbombing. Dabei werden Gegenstände im öffentlichen Raum durch Stricken verändert. Es können entweder einzelne Accessoires gestrickt oder ganze Objekte des öffentlichen Raums „eingestrickt“ werden. Ziel kann hier eine Verschönerung sein, oft stecken aber auch symbolische oder politische Aussagen dahinter.
Mit ihren kreativen Ideen geht es ihr vor allem darum, sich durch persönliches Engagement gegen den Niedergang und Verfall zur Erhaltung der Ursprünglichkeit des Kiezes einzusetzen.
Dorothee Groth war Initiatorin der sogenannten „Brunnenumhäkelungsaktion“: Ein wichtiges Wahrzeichen von Hohenschönhausen, der Mühlenradbrunnen von Achim Kühn, sollte im Zuge des Umbaus des Mühlengrundes (des ersten Viertels des Neubaugebietes Hohenschönhausen) abgerissen werden. Bürgerinnen und Bürger setzten sich nachhaltig für dessen Erhalt ein. Dorothee Groth umhäkelte als Zeichen des Protestes gegen den bevorstehenden Abriss mit anderen Aktivistinnen den Brunnen und die Aktion hatte mit anderen Bürgerengagements Erfolg und der Brunnen wurde saniert und bleib Hohenschönhausen erhalten.
Eine weitere Aktion war 2015 dem Barther Pfuhl gewidmet, wo sie durch eine Galerie von Häkelarbeiten auf dessen Verfall aufmerksam machen wollte.

Sie wünscht sich, dass sie an der kreativen Umsetzung neuer Ideen im Kiez weiter mitwirken kann und Präsentationen, vielleicht in Galerien, über das Leben in Hohenschönhausen.
Dorothee Groth arbeitet mit der Arge IAVM zusammen und wurde als Mitspielerin in das Theaterprojekt zur Brunnengschichte, „Brunnengeflüster“, integriert.
Dorothee will sich auch weiterhin einsetzen für eine Zukunft mit mehr Füreinander, Miteinander und Gleichberechtigung in der Gesellschaft.
Für weiteres Interesse kann folgende Seite besucht werden ...

Zitat:Ich habe mich entschlossen, ein bisschen im kreativen Bereich tätig zu werden.


Ray Güdler



Dreh auf einem verlassenen Sportplatz in Hohenschönhausen.

Symbolischer Gehalt: Sich den Herausforderungen stellen.

Ray Güdler ist in einem Kinderheim aufgewachsen. Diese Zeit hat ihn nachhaltig geprägt. So lernte er, sich durchzusetzen und in einer Gemeinschaft Teamfähigkeit sich anzueignen, sowie erwarb er einen starken Willen und setzte sich Lebensziele, die den pädagogischen Bereich betreffen.

Sein Lebenstraum ist es, Erzieher zu werden. Und er arbeitet hart daran, sich diesen Traum zu erfüllen. Er will einerseits die Hilfe und Unterstützung, die er in seiner Kindheit und Jugend von Erziehern erhalten hatte, weitergeben und gleichzeitig sieht er eine Mission darin, erworbenes Wissen und Kenntnisse an die jüngere Generation weiterzugeben. Er möchte seinen Weg ins Berufsleben vor allem als Erzieher im Kita-Bereich starten. Gerade im Kita-Bereich herrscht ein starkes Defizit an männlichen Erziehern. Wissenschaftliche Untersuchungen der frühkindlichen Entwicklungsphasen haben inzwischen bewiesen, dass männliche Bezugspersonen für die Kinder in dieser Zeit genauso wichtig sind wie weibliche.
Besonders hilfreich in seiner pädagogischen Arbeit wird Rays künstlerische Ader und Engagement sein. Ray beschäftigt sich seit Jahren auf vielfältige Weise mit der Musik. Er hat Gitarre spielen erlernt.
Leider musste diese Beschäftigung im Moment hinter seiner pädagogischen Ausbildung etwas zurückstehen. Ray wünscht sich aber, seine kreativen Fähigkeiten in Zukunft bei seiner Arbeit mit Kindern zu nutzen. So kann er sich vorstellen, speziell Kinderlinder mit seinen Schützlingen einzuüben und zu spielen.
Auch seine im Theaterworkshop erworbenen Fähigkeiten sollen in Zukunft zum Einsatz kommen.

Zitat:Es macht unglaublich Spaß, wenn die Kinder in einer großen Gruppe sind und zusammen singen.


Ute Kästorf

Dreh vor einer Holzstatue in Hohenschönhausen, in der Nähe des Bahndamms.

Symbolischer Gehalt: Sich weiter auf die Lebensreise begeben.

Ute Kästorf (Jahrgang 1958) war von Anfang an hoch motiviert bei unserem Projekt dabei. Sie stellte dabei nicht nur ihre künstlerischen-kreativen, sondern auch handwerklichen Fähigkeiten unter Beweis (vor allem im Workshop „Kulissenbau“).
Sie ist eine echte Berlinerin, die auch in dieser Stadt ihren Weg ins Berufsleben startete. Sie studierte nach dem Abitur Information / Dokumentation und Bibliothekswesen. Ihre Berufsbezeichnung lautet „Informator“. In den ehemaligen DDR-Betrieben gab es Informationsstellen, die z. B. die Fachliteratur für die Ingenieure aus verschiedenen Bereichen bereitstellten. Ute hat dann einige Jahre in dem Beruf gearbeitet, zuerst in einem Außenhan-delsbetrieb in Mitte. Sie war danach noch in anderen Betrieben tätig, unter anderem als Informationsingenieurin und als Mitarbeiterin eines Hauptbereichsleiters in einem Werk in Lichtenberg.
Im Jahr 1986 zog sie dann mit ihren Kindern nach Hohenschönhausen. Sie ist seitdem sehr eng mit ihrem Stadtbezirk verbunden.
Nach der Wende wurde Ute Kästorf bald arbeitslos und erlernte zwei Jahre lang einen neuen Beruf als Industriekauffrau. Sie hatte insgesamt nach der Wende 9 Arbeitsstellen und wurde leider dann immer wieder arbeitslos.
Sie konnte aber nie untätig sein und nach dem Auszug ihrer Kinder hat sie sich stark auf die ehrenamtliche Tätigkeit im Bezirk konzentriert. Sie ist in mehreren Bereichen aktiv, z. B. auch als Übungsleiterin im Sport (Badminton) und in der Kinder- und Seniorenbetreuung. Ein wichtiges Betätigungsfeld für sie ist der „Tauschring“. Hier ist ihr vor allem der Aspekt der gegenseitigen Hilfe wichtig. Sie selbst beschreibt ihren ersten Kontakt mit dem Tauschring wie folgt:
Zum Tauschring bin ich über eine Feier zum 1. Mai in unserem Stadtbezirk gekommen. Der Verein für Ambulante Versorgung e. V. hatte dort einen Stand, an dem auch der Tauschring vertreten war. Für mich war schnell klar, das will ich auch. Weil ich gerade einen Kleingarten gepachtet hatte und weder ein Auto noch eine Fahrerlaubnis hatte, brauchte ich natürlich Hilfe. Also einen Fahrdienst, der für mich alles Mögliche in den Garten transportierte, wie z. B. meine Einkäufe aus dem Baumarkt und dem Gartencenter. Angeboten habe ich vieles, fast „Mädchen für Alles“ – wie Renovierungs- und Bohrarbeiten, Computertätigkeiten, Veranstaltungsbetreuung, z. B. bei Geburtstagsfeiern. Der Tauschring ist eine Sache von Geben und Nehmen ohne Geld – tauschen statt bezahlen.“    
(Quelle: Nachbarn 02/2016) 
Im Nachbarschaftshaus im Ostseeviertel ist sie allerdings über den Tauschring hinaus noch sehr vielfältig engagiert, unter anderem übernimmt sie ehrenamtlich mit anderen Kollegen regelmäßig die Küchenbetreuung bei Lindedance-Partys, Soko, KJHV. Und sie widmet einen großen Teil ihrer Freizeit auch der Beschäftigung mit der jungen Generation in Gestalt ihrer Enkel.
Ute Kästorf hat zurzeit eine MAE-Stelle bei der Bücherbörse in der INU gGmbH.

Zitat:Ich mache sehr sehr viel Ehrenamtliches, sehr sehr viel nebenbei.


Das Projekt:



Gefördert durch:
ESF-Mikroprojekte / lokaler sozialer Zusammenhalt sowie LSK-Mikroprojekte des Landes Berlin.